Taijiquan

Ich war Mitte 20, als eine Ärztin mir einen Haufen Probleme prophezeite, sollte ich nichts gegen meine Haltungsschäden unternehmen. Doch hatte ich ja so viele `wichtige´ Dinge zu tun, die das nicht zuließen. Erst als es auf die 50 zuging, die Rückenbeschwerden immer häufiger und heftiger auftraten, dämmerte mir, dass etwas passieren mußte, um weitere Spritzen und womöglich eine Bandscheibenoperation zu vermeiden. Der Blick auf die Narben operierter Leidensgenossen bei der Unterwassermassage tat sein übriges. Taijiquan zu erlernen, riet mir jemand, weil es die Haltung verbessere und durch seine langsam ausgeführten Bewegungen das Körperbewußtsein fördere. Ich meldete mich bei der VHS für einen Kurs an, war gleichzeitig aber voller Vorurteile: Taijiquan haftete der Ruf der Esoterik an. Solches war äußerst verpönt in den Kreisen, in denen ich mich aufhielt.( Da wurde die Welt verändert , aber nicht an der eigenen Glückseligkeit gebastelt.) Mit geheimnisvollen Kräften wie Yin und Yang wollte ich schon gar nichts am Hut haben. Die ersten VHS-Kurse kamen mir noch wie eine zwar erholsame, aber etwas nichtssagende Spielerei vor – bis ich mehr zufällig zu Frank Marquardt wechselte: damals Sportstudent, jung, dynamisch, zu beobachten auch beim schweißtreibenden TangLang. Letzteres mußte es ja für mich nicht gerade sein, aber wenn sich so einer auch mit Taijiquan abgab, dann konnte das ja durchaus Hand und Fuß haben.

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Fraank Marquardt
(WCTAG-Ausbilder)

Ich folgte ihm beim Wechsel vom Yang- zum Chen-Stil – verbunden mit der Mitgliedschaft in der WCTAG (World Chen Xiaowang TaiJiQuan Association Germany).

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WCTAG-Log

Von diesem Zeitpunkt an bekam das Training im wahrsten Sinne immer mehr Hand und Fuß. Und nicht nur das: genauso wichtig wurden Verbindungen zwischen Schulter und Hüfte, Ellbogen und Knie: Die Körperstruktur muss stimmen, wenn Energiefluß in Gang kommen soll. Mit der Zeit ( richtiger: mit mehr Training) konnte ich mich sogar mit Yin und Yang anfreunden: sie erhielten einen fühlbaren Sinn. Natürlich ging es mir am Anfang wie so manch anderem, dem der innere Schweinehund zuflüstert, doch das Handtuch zu werfen – auch Taijiquan verlangt regelmäßiges Training, wenn man Fortschritte erzielen will. Was mich während dieser Zeit bei der Stange hielt, war, dass alsbald meine Wirbelsäulenbeschwerden erheblich nachließen. Ich konnte mit Beschwerden zum Training gehen und sie verschwanden dabei. Hier habe ich meinen Lehrern besonders für die vielen Korrekturen zu danken, die meine Körperhaltung veränderten. Heute ist Taijiquan ein wesentlicher Teil meines Lebens. Es tut mir einfach gut und ich habe gelernt, früher darauf zu hören, wenn mein Körper mir sagt, daß es Zeit ist fürs Training – am liebsten draußen im Westfalenpark.

Ich unterrichte: Die 19er Kurzform, den sog. alten Rahmen: 75er Langform Laojia Yillu, die Schwertform. Dazu Partnerform und Sitzmeditation.

Unterrichtsraum Lortzingstr.28, 44147 Dortmund

Laufender Kurs: mittwochs 19-21Uhr. Kosten: 35€/Monat (WCTAG-Mitglieder 30€). Jederzeit kündbar. Schnupperteilnahme immer kostenlos möglich.